Museum

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Aufbau

 

Mit einer Schenkung des Adligen Einolf von Feudingen an das Kloster Haina, die der Mainzer Erzbischof im Jahre 1218 bestätigte, wurde der Ort Feudingen erstmals urkundlich erwähnt.

Das Feudinger Adelsgeschlecht tritt im Jahre 1396 letztmals urkundlich in Erscheinung. In späterer Zeit waren die Feudinger Bauern als Lehnsleute der Herren von Bicken aus Hainchen und derer von Rumpe bei Saßmannshausen mehreren Rittern zinspflichtig. Im ausgehenden 14. Jahrhundert erwarben die Wittgensteiner Grafen zunächst die Vogteirechte und wenig später auch die Lehnsherrschaft. Überdies erwarb auch die Kirche St. Martin ab der Mitte des 15. Jahrhunderts Grundbesitz in Feudingen. Siedlungskern des Ortes war die auf einem Hügel erbaute Kirche.

Bis zum Jahre 1618 waren östlich und nördlich der Kirche 44 Wohnhäuser errichtet worden. Das Lahntal wurde wegen des jährlich auftretenden Hochwassers als Baugrund gemieden. Im Jahre 1741 wurde die Gemeinde von einer Feuersbrunst zerstört: innerhalb von zwei Stunden brannten 65 Gebäude, darunter 33 Wohnhäuser, nieder. Das neben der Kirche älteste Gebäude des Ortes ist ein im Jahre 1743 errichtetes Fachwerkhaus.

Nach dem Bau der Sieg-Lahn-Straße im Jahre 1856, die zur linken Lahnseite einen Damm gegen das Hochwasser bildete, konnten sich neu entstehende Geschäfte und Werkstätten außerhalb des alten Ortskerns ansiedeln. Die 1888 hergestellte Eisenbahnverbindung zwischen Erndtebrück und Laasphe führte zur Ansiedlung kleinerer Industrien in Feudingen. Dadurch wandelte sich die Erwerbsstruktur der Gemeinde. Zahlreiche Handwerkszweige waren im Ort vertreten, daneben Landwirte und Händler sowie Bergleute und Hüttenarbeiter.

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Im Gebäude der alten Schule ist das Heimatmuseum Oberes Lahntal eingerichtet worden. Auf vier Etagen werden Leben, Wohnen und Arbeiten der Einwohner des oberen Lahntals um 1900 dokumentiert.

 

 

 

 

 

Auf dem Boden im Dachgeschoss finden sich Exponate zur Land- und Forstwirtschaft,zum Feuerlöschwesen der Gemeinde sowie verschiedene Bodenfunde, Fossilien und Mineralien. K1024_DSCN1420K1024_DSCN1406

 

 

 

 

 

 

 

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Der erste Stock ist der bäuerlichen Wohnkultur um die Jahrhundertwende gewidmet.

 

 

 

 

 

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In einem weiteren Raum befinden sich eine Posthilfsstelle sowie eine mit viel Liebe zum Detail eingerichtete alte Dorfschänke, die den Besuchern die Gelegenheit zum Verweilen ermöglicht.

 

 

 

 

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Die Ausstellung im Erdgeschoss bietet Einblicke in die Handwerkskultur Feudingens.

 

 

 

 

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Als besondere Attraktion sind im Keller des Gebäudes kunstvoll verzierte Zinn- und Kupfersärge aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt.

 

 

 

Fotos: Edgar Kuhly